1100 Minuten für 1100 Menschen

Mahnwache für 1100 ertrunkene Flüchtlinge in Augsburg. Foto: Colorful Augsburg

Mahnwache für 1100 ertrunkene Flüchtlinge in Augsburg. Foto: Colorful Augsburg

Mit einer mehr als 18 Stunden dauernden Mahnwache hat die Friedensinitiative »Colorful Augsburg« am Sonntag der in den vergangenen Tagen im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge gedacht. Die Aktion war ursprünglich als Reaktion auf den Tod von 400 Menschen am vergangenen Dienstag unter dem Motto »400 Minuten für 400 Menschen« organisiert worden und wurde von den Veranstaltern spontan auf »1100 Minuten für 1100 Menschen« verlängert, nachdem am Wochenende der Tod von weiteren 700 Flüchtlingen bekanntgeworden war. Inzwischen muss offenbar davon ausgegangen werden, dass bei der Tragödie in der Nacht zum Sonntag sogar 950 Menschen getötet wurden.

»Colorful Augsburg« schreibt auf Facebook über die Aktion: »Weltweit leiden Millionen Menschen an Hunger, arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen und Kinder wachsen in Armut auf. Währenddessen schreiben Unternehmen und Konzerne Rekordgewinne. Die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander, hierzulande, innerhalb Europas und global. In vielen Ländern eskaliert die Situation bereits. Es werden Kriege geführt und auch Deutschlands Rüstungsindustrie profitiert davon – als eine der größten der Welt.

Am vergangenen Dienstag ertranken 400 Menschen und an diesem Sonntag erlitten weitere 700 das gleiche Schicksal, weil sie den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa als letzten Ausweg sahen. An der Grenze zur Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union wartet aber keine Rettung. Die italienische Seenotrettung ›Mare Nostrum‹ wurde mangels Unterstützung anderer EU-Länder längst eingestellt. Die Grenzen werden verriegelt. Obwohl das Recht auf Asyl ein Menschenrecht ist, werden Flüchtlinge mit völkerrechtswidrigen Mitteln zurückgedrängt. Die südliche EU-Außengrenze wird weiter verstärkt, um die Flüchtenden von uns fernzuhalten. Gerade Deutschland hat in diesen Belangen aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung.

Wir fordern unsere Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel auf, nicht länger wegzusehen, sondern endlich eine europäische Seenotrettung ins Leben zu rufen, an der sich auch Deutschland angemessen beteiligt.«

Die am Sonntag vormittag um 10 Uhr begonnene Aktion auf dem Augsburger Rathausplatz endete am Montag morgen um 4.20 Uhr.

Quelle: Colorful Augsburg (Facebook) / Übernommen von RedGlobe