Hans Beimler

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Hans Beimlers Grab in Barcelona

Hans Beimler, eigentlich Johann Evangelist Beimler, wurde am 2. Juli 1895 in München als Sohn der ledigen Köchin Rosina Beimler geboren. Er wuchs bei seiner Großmutter in Waldthurn in der nördlichen Oberpfalz auf. Nach dem Schulbesuch erlernte er das Schlosserhandwerk und trat 1913 dem Deutschen Metallarbeiterverband bei. Nach Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) 1918 wurde er dort Mitglied. 1919 heiratete er Magdalena Müller, mit der er zwei Kinder hatte. 1928 schickte ihn die KPD nach Augsburg, um den dortigen Unterbezirk neu zu organisieren. 1929 wurde er für seine Partei in den Stadtrat und 1932 in den Bayerischen Landtag gewählt. Dieses Amt übte er nur kurz aus, weil er noch im selben Jahr auch in den Reichstag gewählt wurde.

Centa Beimler, geb. Dengler, wurde am 12. März 1909 ebenfalls in München geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Sehr früh schloss sie sich der kommunistischen Kinder- und Jugendbewegung an und wurde Mitglied der Gewerkschaft. 1927 wurde sie Mitglied der KPD. Sie arbeitete als Sekretärin in der Redaktion der kommunistischen »Neue Zeitung« in München. Dort lernte sie Hans Beimler kennen. Nach dem Tod von dessen Frau Lena kümmerte sich Centa um die Kinder Rosemarie (*28.9.1919) und Johann jun. (*28.4.1921). Hans und Centa kamen sich näher, und nachdem Hans Beimler eine Wohnung im Arbeiterviertel rechts der Wertach gefunden hatte, zog Centa mit den Kindern zu ihm. 1930 heirateten beide.

 In dieser Dachgeschosswohnung wohnte das Ehepaar Hans und Centa Beimler. Direkt gegenüber liegt heute das Hans-Beimler-Zentrum

In dieser Dachgeschosswohnung wohnte das Ehepaar Hans und Centa Beimler. Direkt gegenüber liegt heute das Hans-Beimler-Zentrum

Nach dem Machtantritt der NSDAP 1933 gingen sie in den Widerstand, doch bereits am 11. April 1933 wurden beide verhaftet, Centa kam ins Gefängnis München-Stadelheim und von dort in das Frauen-KZ Moringen (Januar 1936 bis Februar 1937).

Hans kam zunächst in das Polizeigefängnis München, wo er brutal misshandelt wurde. Am 25. April 1933 wurde er in das neu erbaute KZ Dachau überstellt. Dort gelang es ihm in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1933, zu fliehen. Zunächst fand er bei Freunden Unterschlupf, bevor er über München nach Prag und schließlich in die Sowjetunion fliehen konnte. In Moskau veröffentlichte er im August 1933 seinen Erlebnisbericht »Im Mörderlager Dachau«. Dieses erste authentische Zeugnis über den Terror in den Konzentrationslagern der Nazis fand weltweit Beachtung. 1934 entzogen die Nazis Hans Beimler die deutsche Staatsbürgerschaft. Bis 1936 arbeitete Hans Beimler in Prag und Zürich unter Emigranten und baute in der Schweiz zusammen mit anderen KPD-Funktionären Gruppen zur Betreuung der illegal arbeitenden süddeutschen KPD-Bezirke auf.

Als 1936 in Spanien die Faschisten gegen die Republik putschten, schloss sich Hans den Internationalen Brigaden an. Er wurde politischer Kommissar des »Thälmann-Bataillons« der XI. Internationalen Brigade. Am 01. Dezember 1936 traf ihn in Madrid eine Kugel, die offenbar ein faschistischer Scharfschütze abgefeuert hatte. Mehr als zwei Millionen Menschen nahmen in Madrid Abschied von Hans Beimler. Beigesetzt wurde er auf dem Bergfriedhof Montjuïc in Barcelona.

Centa Beimler wurde nach dem Tod ihres Mannes aus dem KZ Moringen entlassen.  Sie hielt weiterhin Kontakt zu Widerstandsgruppen und wurde mehrmals inhaftiert. Nach ihrer erneuten Verhaftung 1942 wurde sie vom OLG München zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Befreiung 1945 wurde sie hauptamtliche Funktionärin der VVN und der KPD in Bayern. Sie heiratete Hans Herker, der im KZ Dachau inhaftiert gewesen war. 1948 kam ihre Tochter Christa zur Welt. Centa Herker-Beimler blieb bis zu ihrem Tod am 19. August 2000 politisch aktiv.

Ein Dokumentarfilm von 1983, »Halt durch, Dirndl!«, zeichnet das Leben von Centa nach. Hans Beimlers Leben ab 1933 wurde 1969 in der DDR verfilmt (»Hans Beimler, Kamerad«).