Vor 70 Jahren wurde Augsburg befreit

150428vvn-plakatAm 28. April 1945 marschierte das US-Militär in Augsburg ein. Die Stadt wurde, entgegen dem Willen fanatischer Nazis, nicht verteidigt. In den letzten Tagen des Krieges hatte sich hier eine »Freiheitsbewegung« gebildet, die eine weitere Zerstörung Augsburgs verhindern wollte. Wären die Amerikaner gezwungen gewesen, Augsburg zu stürmen, hätten sie dies mit aller Gewalt getan: Bombenteppiche, Trommelfeuer der Artillerie, Tiefflieger… »Wegen Augsburg hätten wir keinen einzigen Soldaten geopfert«, hatte ein US-Offizier dem Arzt Dr. Rudolf Lang gedroht, der mit den anrückenden Befreiern über eine Übergabe der Stadt verhandelte. Schließlich zeigten Angehörige der in der zweiten Aprilhälfte unter dem Schutz kirchlicher Einrichtungen gebildeten Gruppe den Amerikanern den Weg nach Augsburg. Continue reading

Augsburg kämpft um seine Stadtwerke – Zweites Bürgerbegehren erfolgreich

150423burgerbegehrenAugsburgs Bürger wehren sich weiter gegen die geplante Fusion der Energiesparte der Stadtwerke mit Erdgas Schwaben. Die Entscheidung darüber sollte eigentlich heute schon durch die Stadtratssitzung gewunken werden. Nun konnte die Initiative, die sich seit Monaten gegen die engagierte Fusion engagiert, jedoch 13.000 Unterschriften gegen das Vorhaben vorlegen. Damit ist das bereits zweite Bürgerbegehren gegen die Fusion endgültig gesichert. Continue reading

1100 Minuten für 1100 Menschen

Mahnwache für 1100 ertrunkene Flüchtlinge in Augsburg. Foto: Colorful Augsburg

Mahnwache für 1100 ertrunkene Flüchtlinge in Augsburg. Foto: Colorful Augsburg

Mit einer mehr als 18 Stunden dauernden Mahnwache hat die Friedensinitiative »Colorful Augsburg« am Sonntag der in den vergangenen Tagen im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge gedacht. Die Aktion war ursprünglich als Reaktion auf den Tod von 400 Menschen am vergangenen Dienstag unter dem Motto »400 Minuten für 400 Menschen« organisiert worden und wurde von den Veranstaltern spontan auf »1100 Minuten für 1100 Menschen« verlängert, nachdem am Wochenende der Tod von weiteren 700 Flüchtlingen bekanntgeworden war. Inzwischen muss offenbar davon ausgegangen werden, dass bei der Tragödie in der Nacht zum Sonntag sogar 950 Menschen getötet wurden. Continue reading

Augsburg gegen TTIP

Demonstration gegen TTIP in der Augsburger Innenstadt. Foto: Attac

Demonstration gegen TTIP in der Augsburger Innenstadt. Foto: Attac

Mehr als 600 Menschen haben am Samstag in der Augsburger Innenstadt gegen die sogenannten Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TiSA demonstriert.

Der Veranstalter Attac Augsburg, mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (Regionalgruppe Bayerisch-Schwaben), Bündnis für eine gentechnikfreie Region Augsburg Stadt und Land, Bund Naturschutz (Kreisgruppe Augsburg und Kreisgruppe Aichach-Friedberg) und Greenpeace Augsburg hatte für 13:00 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Augsburger Dom aufgerufen. Dort wurden die Teilnehmer von dem Münchner Liedermacher Markus Nagy auf die Veranstaltung eingestimmt. Er gab seine politisch-kabarettistischen Songs von einem Traktoren-Anhänger zum Besten, der als Bühne diente. Angeführt von sechs mit Transparenten geschmückten Traktoren zogen die Demonstranten dann gegen 13:45 Uhr zum Rathausplatz. Der Demonstrationszug war so lang, dass er zeitweise die gesamte Demonstrationsstrecke vom Domvorplatz über Hohen Weg und Karolinenstraße bis zum Rathausplatz ausfüllte. Continue reading

Niemals vergessen: Razzia in Oberhausen

Razzia in Oberhausen. Foto: Neue Augsburger Zeitung / Archiv

Razzia in Oberhausen. Foto: Neue Augsburger Zeitung / Archiv

In der Weimarer Republik und unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Hitlerfaschisten galt die Vorstadt links der Wertach als Hauptwohnviertel der Augsburger Kommunisten. Am 10. April 1933 versuchten die Nazis, mit einer Großrazzia in Oberhausen die Kontrolle über den Stadtteil zu gewinnen, den die von den Faschisten kontrollierte »Neue Augsburger Zeitung« damals als »besetztes Gebiet« bezeichnet hatte.

Vierhundert Polizeimannschaften sowie Gehilfen von SA, SS und »Stahlhelm« riegelten das gesamte Gebiet und alle Zugänge auf die Graf-, Brander- und Schöpplerstraße bis hin zur Pestalozzischule ab. Systematisch wurden alle Häuser nach »kommunistischen Funktionären« durchsucht. Bedroht waren alle, die bei den Nazis im Verdacht standen, dem neuen Regime feindlich gegenüberzustehen. Continue reading

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